Wie wird die deutsche Staatsangehörigkeit erworben?

Das deutsche Recht kennt hauptsächlich das Abstammungsprinzip. Nur wer zum Zeitpunkt seiner Geburt Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit hat, ist auch Deutscher.

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht ist bereits über 100 Jahre alt und hat in der Zwischenzeit viele Veränderungen durchlaufen. Daher ist es wichtig, das jeweils gültige Recht zum Zeitpunkt der Geburt oder der Eheschließung, Adoption oder Legitimation anzuwenden. Das deutsche Recht kennt folgende Erwerbsgründe, die aber heute nicht mehr alle angewendet werden.


1. Abstammung vom deutschen Elternteil

Kann ich die deutsche Staatsangehörigkeit gleichberechtigt von Vater und Mutter ableiten ?

Hier muß eine erste wichtige Unterscheidung getroffen werden.

Wer als eheliches Kind geboren ist, kann die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt bis zum 31.12.1974 ausschließlich von dem deutschen Vater ableiten. Seit 1.1.1975 alternativ auch von der deutschen Mutter.

Eheliche Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter, die nach dem 23.05.1949 und vor dem 1.1.1975 geboren sind, können erleichtert eingebürgert werden.

Wer als nichteheliches Kind geboren ist, kann die deutsche Staatsangehörigkeit bei Geburt bis zum 30.06.1993 ausschließlich von der deutschen Mutter ableiten. Seit 01.07.1993 daneben auch noch vom deutschen Vater, wenn die Vaterschaft nach deutschem Recht wirksam festgestellt ist. 

Nichteheliche Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter, die vor dem 01.07.1993 geboren sind, können unter bestimmten Voraussetzungen erleichtert eingebürgert werden. Weitere Informationen finden Sie hier:

Merkblatt zur erleichterten Einbürgerung über die Mutter [pdf, 70.03k]
Merkblatt zur erleichterten Einbürgerung über den Vater

Antragsformular auf Einbürgerung [pdf, 199.37k]


2. Legitimation (bis 30.06.1998)

Die Legitimation macht aus nichtehelichen Kindern eheliche. Neben der Möglichkeit des Ausspruches der Legitimation durch ein deutsches Gericht war der häufigste Fall der Legitimation die nachfolgende Eheschließung der Eltern. Neben der wirksamen Eheschließung muß also auch nach deutschem Recht festgestellt sein, wer die Eltern des nichtehelichen Kindes sind. Im Einzelfall kann der Nachweis der wirksamen Legitimation schwierig sein. Solche Fälle sollten direkt mit dem zuständigen Sachbearbeiter in der Botschaft besprochen werden.

3. Adoption als Minderjähriger

Mit einer nach deutschen Gesetzen wirksamen Adoption durch einen Deutschen, erhält das minderjährige Kind (= vor Vollendung des 18. Lebensjahres) die deutsche Staatsangehörigkeit.

4. Einbürgerung

Durch die Einbürgerung wird einem Ausländer erstmals und erst ab dem Zeitpunkt der Aushändigung der Einbürgerungsurkunde die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen. Ab der Einbürgerung kann der Deutsche die deutsche Staatsangehörigkeit durch die in Nr. 1 bis 3 geschilderten Fallgruppen weitervermitteln, z.B. also an seine nach der Einbürgerung geborenen Kinder.
Bei den Einbürgerungen sind zwei Fallgruppen zu unterscheiden. Aus verschiedenen Gründen kann ein Ausländer einen Einbürgerungsanspruch erworben haben. Ob ein Einbürgerungsanspruch vorliegt, sollte direkt bei einer Vorsprache in der Botschaft geklärt werden.
Daneben gibt es die Möglichkeit der Ermessenseinbürgerung. Sie ist dann möglich, wenn der Einbürgerungsbewerber u.a. die deutsche Sprache beherrscht, in den deutschen Kulturkreis eingebunden ist, die Grundzüge der Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland kennt und wenn ein öffentliches Interesse an der Einbürgerung besteht. Eine persönliche Vorsprache in der deutschen Botschaft ist unerläßlich.

5. Eheschließung

Die ausländische Ehefrau erwarb bei Eheschließung mit einem Deutschen bis zum 31.03.1953 automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Wie wird die deutsche Staatsangehörigkeit erworben?

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