Bundesminister Niebel: Berufsbildungspartnerschaft und Rohstoffkooperation stärken
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel und die Parlamentarische Staatssekretärin im BMZ, Gudrun Kopp, besuchten vom 9. bis 11. Januar Chile. Mit der chilenischen Arbeitsministerin Matthei erörterten sie Kooperationsmöglichkeiten der Bundesregierung im Bereich der beruflichen Bildung.
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Bundesminister Dirk Niebel mit den chilenischen Ministern Hernán de Solminihac (Bergbau) und Evelyn Matthei (Arbeit).
(© Deutsche Botschaft)
Dirk Niebel: „In Chile fehlen in den nächsten Jahren mehr als 20.000 qualifizierte Fachkräfte allein im Bergbau. Wir haben eine über Jahrzehnte gewachsene Kammer- und Verbandsstruktur mit angeschlossenen Bildungszentren, die qualifizierte Abschlüsse vom Gesellen bis zum Techniker ermöglichen. Dieses Know-how können wir über eine Berufsbildungspartnerschaft mit aktiver Unterstützung der deutschen Wirtschaft in die Reformprozesse in Chile einbringen.“
Gudrun Kopp nutzte die Gelegenheit, um mit dem Staatssekretär im chilenischen Bergbauministerium Pablo Wagner über eine Rohstoffkooperation zu sprechen. Kopp: „Chile ist eines der rohstoffreichsten Länder der Erde. Aber die Verfügbarkeit von Rohstoffen ist nicht unendlich, bereits jetzt gibt es immer wieder Engpässe, auch bei der Versorgung der deutschen Industrie. Außerdem haben wir alle ein Interesse daran, dass Rohstoffe umweltschonend und nachhaltig abgebaut werden, der Energie- und Wasserverbrauch reduziert und Probleme mit Altlasten gelöst werden.“
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Zu Besuch bei der Stiftung "Cristo Vive": Bundesminister Niebel (BMZ) übergab Schwester Karoline Mayer einen Gutschein über eine Thermosolaranlage. V.l.n.r.: Edgar von Knebel, Leiter GiZ-Büro, Karoline Mayer, Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp, Bundesminister Dirk Niebel, MdB Prof. Schweickert.
(© Deutsche Botschaft)
Beeindruckt zeigten sich Niebel und Kopp vom Engagement der Deutschen Karoline Mayer, die bereits seit 1990 Leiterin der gemeinnützigen Stiftung „Cristo Vive“ ist. Sie würdigten die Leistung der Stiftung bei der Verbesserung der Lebensbedingungen armer Menschen in der Berufsbildung, aber auch im Behinderten- und Gesundheitsbereich durch einen Zuschuss für eine solarthermische Anlage.
Klimaschutz aktiv voranbringen
Dirk Niebel: „Chile ist ein Erfolgsmodell in mehrfacher Hinsicht. Die gute wirtschaftliche Entwicklung hat dazu geführt, dass wir unsere klassische bilaterale Entwicklungszusammenarbeit zum Abschluss bringen konnten. Künftig werden wir noch stärker als „Partner auf Augenhöhe“ gemeinsam in die Zukunft gehen. Vor allem werden wir beim globalen Klimaschutz eng zusammenarbeiten. Wir werden deshalb unsere Kooperation in der Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ausbauen. Dabei tragen wir über Dreieckskooperationen zukünftig dazu bei, auch weniger entwickelte Länder in der Region bei der Lösung von Entwicklungsherausforderungen zu unterstützen."
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BM Dirk Niebel mit dem chilenischen Energieminister Rodrigo Alvarez und Mitarbeitern des Kleinwasserkraftwerks Mallarauco.
(© Deutsche Botschaft)
Die Delegation besuchte gemeinsam mit dem chilenischen Energieminister Rodrigo Álvarez das Kleinwasserkraftwerk Mallarauco. Dirk Niebel: „Mit unseren entwicklungspolitischen Projekten leisten wir aktive Beiträge zum Klimaschutz weltweit. Das Kleinwasserkraftwerk Mallarauco ist mit deutscher Förderung erbaut worden. Es ist ein vorbildliches Beispiel, wie von privater Initiative ausgehend mit deutsch-chilenischer Finanzierung und deutscher Technik eine umweltfreundliche Energieerzeugung realisiert werden kann.“
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Minister Niebel mit dem chilenischen Staatssekretär Cristián Larroulet.
(© Deutsche Botschaft)
Zu den hochrangigen Gesprächspartnern zählten auch Staatssekretär Larroulet, Außenminister Moreno und Arbeitsministerin Matthei. Zudem standen Treffen mit der Exekutivsekretärin der lateinamerikanischen Wirtschaftskommission CEPAL, Alicia Bárcena, sowie mit der deutsch-chilenischen Auslandshandelskammer und örtlichen Wirtschaftsvertretern auf dem Programm.
In der CEPAL nahm die Delegation an einem Runden Tisch zum Thema "Chancen und Risiken des Klimawandels für die sozio-ökonomische Entwicklung Lateinamerikas" teil. Danach unterzeichneten der Minister und Alicia Bárcena eine Vereinbarung zur strategischen Kooperation zwischen CEPAL und BMZ. "Die Herausforderung der kommenden Jahre besteht darin, die Entwicklung der Schwellenländer klimaverträglich zu gestalten", so der Minister. Er unterstrich die Absicht Deutschlands, die Länder Lateinamerikas - in Zusammenarbeit mit der CEPAL - in ihren jeweils eigenen Entwicklungsmodellen zu unterstützen.
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Bundesminister Niebel mit der Exekutivsekretärin der lateinamerikanischen UN-Wirtschaftskommission CEPAL, Alicia Bárcena.
(© Deutsche Botschaft)
Dirk Niebel: „Durch die strategische Partnerschaft mit CEPAL ist es in den vergangenen Jahren gelungen, entscheidende Politikfelder wie die Fiskalpolitik in Lateinamerika und der Karibik zu unterstützen. In Zukunft wollen wir auch hier dem Klimaschutz eine noch stärkere Rolle einräumen. Angesichts der guten Investitionsbedingungen in Chile können wir dabei die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ausbauen. Eine prosperierende Privatwirtschaft ist eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und Wohlstand, in Chile wie in Deutschland. Gerade im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz hat die deutsche Wirtschaft ein erhebliches Potenzial. Wir haben vielfältige Angebote und Förderinstrumente für die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft entwickelt, die wir auch in Chile vermehrt einsetzen werden.“
Nach Besuchen in Haiti, Guatemala, der Dominikanischen Republik und Brasilien in 2011 sowie El Salvador, Bolivien, Kolumbien und Peru in 2010 ist dies bereits die fünfte Lateinamerikareise von Dirk Niebel.
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung