Merkel: In tiefer Trauer vereint

20.12.2016

Die Kanzlerin legt vor der Gedächtniskirche eine Rose nieder. Bild vergrößern Die Kanzlerin legt vor der Gedächtniskirche eine Rose nieder. (© Bundesregierung/ Kugler) Die Kanzlerin zeigt sich erschüttert über die Ereignisse auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Sie denke zuallererst an die Todesopfer, die Verletzten und die Angehörigen. Zugleich sagte sie: "Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen." Am Nachmittag legte die Kanzlerin Blumen am Anschlagsort nieder.

"Dies ist ein sehr schwerer Tag. Ich bin wie Millionen von Menschen in Deutschland entsetzt, erschüttert und tieftraurig über das, was gestern Abend am Berliner Breitscheidplatz geschehen ist", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagvormittag als Reaktion auf den offensichtlichen Anschlag. "Zwölf Menschen, die gestern noch unter uns waren, die sich auf Weihnachten freuten, Pläne für die Feiertage hatten - sie sind nicht mehr unter uns". Eine grausame und letztlich unbegreifliche Tat habe ihnen das Leben geraubt.

Die Kanzlerin betonte: "Ich denke in diesen Stunden zuallererst an diese Menschen: An die Toten und die Verletzten, und an ihre Familien, Angehörigen und Freunde. Ich möchte, dass sie wissen: Wir alle, ein ganzes Land, ist mit Ihnen in tiefer Trauer vereint."

Merkel: "Die Tat wird aufgeklärt"

Merkel dankte den Rettungskräften und der Polizei für ihren Einsatz. Sie hätten im Schatten der Gedächtniskirche Dienst an ihren Mitmenschen getan. Sie denke auch an die Ermittler. Merkel zeigte sich überzeugt, dass die Tat aufgeklärt werde. "Und sie wird bestraft werden, so hart es unsere Gesetze verlangen".

Anteilnahme der Kanzlerin 

Noch sei vieles über "diese Tat" nicht mit der nötigen Gewissheit bekannt. "Aber wir müssen nach jetzigem Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen", so die Kanzlerin. Es sei schwer zu ertragen, wenn sich bestätigen würde, dass jemand für die Tat verantwortlich sei, der in Deutschland um Schutz und Asyl gebeten habe. "Dies wäre besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind. Und gegenüber den vielen Menschen, die unseren Schutz tatsächlich brauchen, und die sich um Integration in unser Land bemühen", hob Merkel hervor. 

Besuch des Breitscheidplatzes

Eintrag in das Kondolenzbuch. Bild vergrößern Eintrag in das Kondolenzbuch. (© Bundesregierung/ Kugler) Die Kanzlerin erklärte, dass sie in ständigem Kontakt mit dem Bundespräsidenten, dem Bundesinnenminister und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin stehe. Sie habe das Bundessicherheitskabinett einberufen.

Sie frage sich, wie Millionen andere, ob man nach einem solchen Ereignis noch unbeschwert einen Weihnachtsmarkt besuchen könne. "Eine einfache Antwort darauf habe auch ich nicht", so Merkel.

"Ich weiß nur: Wir können nicht, und wir wollen nicht damit leben, auf all das zu verzichten: auf die Weihnachtsmärkte, die schönen Stunden mit Familie und Freunden draußen auf unseren Plätzen. Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt. Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt. Wir werden die Kraft finden, für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen", so die Bundeskanzlerin.

Am Nachmittag besuchten die Bundeskanzlerin, Innenminister de Maizière und ehemaliger Außenminister Steinmeier den Anschlagsort am Berliner Breitscheidplatz. Sie legten zwischen dem alten und dem neuen Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Blumen nieder und gedachten der Opfer mit einer Schweigeminute.

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche trug sich die Kanzlerin in das Kondolenzbuch ein. Um 18 Uhr findet dort ein Trauergottesdienst statt.

Die Polizei hat eine Notfallnummer unter 030/54023111 eingerichtet. Dort können sich Angehörige informieren. In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz liegt ein Kondolenzbuch aus. Um 18 Uhr findet dort ein Trauergottesdienst statt. Die Ereignisse auf dem Breitscheidplatz forderten nach jetzigem Stand zwölf Menschenleben. Knapp 50 wurden verletzt.

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