Deutsche Botschaft und das Interaktive Jüdische Museum Chile präsentieren eine Dokumentation über den „Schindler Lateinamerikas“ mit einem Live- Konzert

12.09.2017

Bild vergrößern Mit Unterstützung der Gemeinde „Nueva Bnei Israel“ und unter der Schirmherrschaft „Círculo Israelita“ in Santiago, wurde am 12. September der Dokumentarfilm „El Rescate“, der aus dem Leben des Diplomaten José Arturo Castellanos aus El Salvador berichtet, der häufig auch als „Schindler Lateinamerikas“ bezeichnet wird. Er rettete tausende Juden aus Konzentrationslagern während der Zeit des Holocaust.

Vor einem gefüllten Saal und in Anwesenheit zahlreicher Vertreter verschiedener Botschaften, Nachfahren von Holocaust- Überlebenden  und der chilenischen „Justa entre las Naciones“, María Edwards, ihre Urenkelin María Angélica Puga, wurde die bewegende Dokumentation gezeigt. Es wird die Geschichte des Soldaten José Arturo Castellanos erzählt, der als Konsul für El Salvador in Großbritannien und Hamburg arbeitete. In dieser Zeit schaffte er es durch die Ausstellung von Visa und Staatsangehörigkeitsdokumenten viele Juden zu retten, die durch Hitlers Regime bedroht wurden. Die Enkel des Protagonisten entwickelten das Konzept der Vorführung eines Filmes gemeinsam mit einem Konzert und ehren damit auf einzigartige Weise den Mut ihres Großvaters, der tausende Juden vor dem sicheren Tod rettete. Die Brüder Castellanos produzierten den Film, wirkten bei der musikalischen Gestaltung selbst mit und sind Teil des fünfköpfigen Jazz- Orchesters, das bei der Präsentation auftritt. Álvaro spielt Bass, Boris Klavier.

Bild vergrößern Für Alejandra Morales, Exekutiv- Direktorin des Museums, ist es sehr wichtig, die Rolle, die Lateinamerika in Zusammenhang mit dem Holocaust spielt, zu verstehen. Eine Region, die so weit weg war von dort, wo sich die Tragödie eigentlich abgespielt hat und doch oder gerade deshalb war sie Refugium für so viele Vertriebene und Bedrohte. Das betrifft auch Chile.

„El Rescate“ ist nicht nur eine Dokumentation des Holocaust, sondern auch die Vorstellung eines weitestgehend unbekannten Helden. Außerdem enthält der Film eine universelle Botschaft: jeder Mensch hat in seinem Umfeld die Möglichkeit, gegen Ungerechtigkeit mit Mut und Passion  anzukämpfen, sogar in den dunkelsten Kapiteln der Geschichte.

Bild vergrößern „Castellanos verkörpert die Möglichkeit eines jeden Menschen, Gleichgültigkeit zu durchbrechen. Seine Heldentat war stets ein Spagat zwischen zwei Welten: Soldat und Unternehmer, Jude und Nicht- Jude, Retter und Verfolgter, immer verbunden durch Freundschaft und den Wunsch, Leben zu retten.“, sagten seine Enkel bei der Veranstaltung, angesprochen auf den ersten geretteten Juden, der der spätere Partner ihres Großvaters in der „acción salvadoreña“ (Rettungsaktion) war. Dennoch blieb diese große Geschichte bis 2005 unbekannt. In dem Jahr wurde in einem Keller in Genf ein staubiger Koffer mit tausenden der ausgestellten Staatsangehörigkeitsdokumente gefunden wurde. Im Jahr 2010 verlieh das Holocaust Museum (Yad Vashem) in Jerusalem Castellanos den Titel eines „Gerechten unter den Völkern“, womit er sich einreiht in Persönlichkeiten wie Oskar Schindler und Raoul Wallenberg.

© Jüdisches Interaktives Museum

Deutsche Botschaft und das Interaktive Jüdische Museum Chile präsentieren eine Dokumentation über den „Schindler Lateinamerikas“ mit einem Live- Konzert